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Darstellung von Cannabisblüten und Essenzen.

Von der Entdeckung bis
zur Rezepteinlösung

Wo genau liegt der geographische Ursprung der Cannabispflanze? Seit wann und in welcher Form wurden die vielen Eigenschaften der Pflanze genutzt? Wie kam es schlussendlich zur weltweiten Verbreitung von Cannabis und letztendlich der medizinischen Verordnung auf Rezept? In unserem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick zur Geschichte und Entwicklung von (medizinischem) Cannabis.

Die Anfänge von Cannabis

Die Verwendung von Cannabis reicht bereits mehrere Jahrtausende vor Christus zurück. Genauer gesagt, stammt die älteste bekannte schriftliche Dokumentation aus dem Jahre 2727 v. Chr., als der damalige Kaiser von China Shen Nung die Wirkung der Cannabispflanze für sich nutzte. Hinsichtlich des geographischen Ursprungs der Pflanze wird überliefert, dass diese aus den Gebirgsregionen des Himalayas stammt.[1] Bereits im „Shennong Bencaojing“, einem der ältesten bekannten Bücher über Heilpflanzen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., wird von der medizinischen Verwendung des Cannabis gesprochen.[2] Typische Krankheiten, bei denen Cannabis damals Verwendung fand, waren unter anderem Gicht, Malaria oder Rheuma.[3]

Die erste bekannte bildliche Darstellung einer Cannabispflanze stammt bereits aus dem Jahre 512 n. Chr. Auch im mittelalterlichen Europa war Cannabis, beziehungsweise damals unter dem geläufigen Namen „Hanf“ oder „Haschisch“ in aller Munde. So häuften sich auch bereits ab dem Jahre 1500 die Berichte über die heilende Wirkung der Hanfpflanze in diversen Kräuterheilkundebüchern.[4]

Cannabis – eine Pflanze, viele Namen

Cannabis, Hanf, Haschisch oder Marihuana – häufig werden diese Begriffe als Synonyme verwendet, jedoch gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. Die folgende Aufzählung sorgt für Klarheit:

  • Cannabis: Lateinisches Wort für „Hanf“
  • Hanf: Name einer Pflanzengattung innerhalb der Hanfpflanze
  • Haschisch: gesammeltes und gepresstes Harz der weiblichen Hanfpflanze
  • Marihuana: Getrocknete, harzhaltige Blüten und blütennahe Blätter der weiblichen Hanfpflanze

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass es sich bei den Bezeichnungen „Cannabis“ und „Hanf“ um exakt dieselbe Pflanze handelt und Cannabis lediglich der lateinische Fachbegriff ist. Während Haschisch (kurz: Hasch) das gepresste Harz der Cannabisblüten ist, handelt es sich bei Marihuana (auch: Gras) um die getrockneten Blüten als Ganzes.[5]

Cannabis im 19. Jahrhundert

Wenn man in die nähere Vergangenheit zurückblickt, gelangte die Cannabispflanze über Indien und die damaligen britischen Kolonien Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa und die USA. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hatte der irische Arzt William Brooke O’Shaughnessy, der nach seinen langen Aufenthalten in Indien die medizinischen Vorteile der Pflanze gen Westen brachte. Zu diesem Zeitpunkt erkannte er bereits den positiven Effekt von Cannabis gegen beispielsweise Rheuma, Tetanus oder Cholera.[6]

In den Anfängen des 20. Jahrhunderts war das Medizinalcannabis in der europäischen Schulmedizin etabliert und ein weit verbreitetes, angesehenes Arzneimittel. Ende der 1920er Jahre begann dann der Rückgang von Medizinalcannabis. Dies hatte zum einen medizinische Gründe, nachdem für die damaligen Hauptanwendungsgebiete, wie Cholera oder Tetanus, Impfstoffe entwickelt werden konnten. Zum anderen wurden die rechtlichen Beschränkungen verschärft und Cannabisprodukte unterlagen der Betäubungsmittelpflicht. Schlussendlich kam es sogar im Jahre 1961 zum weltweiten Verbot.[7]

Dennoch wurde stets weiter an Cannabis geforscht und man konnte den Abwärtstrend stoppen, als der wissenschaftliche Fortschritt im Jahre 1967 die gezielte Isolation des Cannabis-Wirkstoffs THC ermöglichte. Einen weiteren Auftrieb erfuhr die Forschung dann Ende der 1980er Jahre mit der Entdeckung des Endocannabinoidsystems, welche in der Legalisierung von medizinischem Cannabis (Verordnung auf Rezept) im Jahre 2017 gipfelte.[8]

Heute sind Cannabispräparate zum Beispiel als ergänzende Therapieform bei chronischen Schmerzen in aller Munde.

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Quellenangaben

[1] Vgl. Chandel, R./Singh, R. & Sharma, S.: “Determination of Geographical Origin of Cannabis – A Review” In: The Indian Police Journal (2019) S.110-112.

[2] Hudson, R. & Puvanenthirarajah, N.: “Cannabis for pain management: Pariah or panacea?” (2018) S.58f.

[3] Zuardi, A.: “History of cannabis as a medicine: a review” In: Brazilian Journal of Psychiatry (2006). URL: https://www.scielo.br/j/rbp/a/ZcwCkpVxkDVRdybmBGGd5NN/?lang=en (18.07.2022)

[4] Fankhauser, M. & Eigenmann, D.: Cannabis in der Medizin. Geschichte – Praxis – Perspektiven. Solothurn: Nachtschatten 2020.

[5] Deutscher Hanfverband: „Was ist der Unterschied zwischen Hanf, Cannabis, Haschisch und Marihuana?“. URL: https://hanfverband.de/faq/was-ist-der-unterschied-zwischen-hanf-cannabis-haschisch-und-marihuana (18.07.2022)

[6] Friedman, D. & Sirven, J.: “Historical perspective on the medical use of cannabis for epilepsy: Ancient times to the 1980s” (2016). URL: https://static1.squarespace.com/static/5dab51c52920995e635d4295/t/5edba04230d909160d137c96/1591451716587/Friedman2017EpilepsyBehav.pdf (18.07.2022)

[7] Fankhauser, M.: „Cannabis in der Medizin – ein Rückblick in die Geschichte“ In: Pharmakon (2017) S.95-102.

[8] Cremer-Schaeffer, P. & Knöss, W.: „Cannabis für medizinische Zwecke: Dynamische Rahmenbedingungen – sachgerechte Information“ In: Bundesgesundheitsblatt 62 (2019) S. 799f.