+4991172301124 info@canmedapo.de
Ärztin berät Patientin zu medizinischem Cannabis.

Der Stellenwert von Cannabis als Arzneimittel für schwerkranke Patienten erfährt einen rasanten Aufschwung, nachdem seit Januar 2017 alle Ärzte (ausgenommen Zahn- und Tierärzte) unter bestimmten Voraussetzungen medizinisches Cannabis verschreiben dürfen. Wir erklären Ihnen, bei welchen Krankheiten Cannabis zum Einsatz kommen kann und welche Belege zur Wirkung es durch aktuelle Studien gibt.

Ihre spezialisierte Apotheke

Bei CANMEDAPO haben wir uns auf die Versorgung mit Medizinalcannabis spezialisiert und stehen Ihnen mit Rat und Tat bei Ihrem Cannabis-Rezept zur Seite. Egal für welches Krankheitsbild Ihnen medizinisches Cannabis verordnet wurde, bei uns lösen Sie Ihre Rezepte sicher ein.

Wichtig vorab

Die Verschreibung von medizinischem Cannabis ist nicht auf einzelne Krankheitsbilder fixiert, sondern liegt vielmehr im Ermessen des behandelnden Arztes beziehungsweise der behandelnden Ärztin. Cannabis wird in Deutschland aktuell nur dann von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn alle anderen verfügbaren Therapieoptionen ausgeschöpft sind. Die Therapieentscheidung in Deutschland für medizinisches Cannabis wird häufig aufgrund von Erfahrungswerten der behandelnden Ärzte in Kombination mit den vorliegenden Studien getroffen.

Die Datenlage bezüglich einer Wirksamkeit von medizinischem Cannabis ist jedoch leider gering, da hierfür nur wenig Studien vorliegen oder das Studiendesign teilweise nicht ausreichend gestaltet war. In den folgenden beschriebenen Therapiegebieten wurden erste Ansatzpunkte für eine Wirksamkeit gefunden. Für finale Aussagen zu Wirksamkeiten reicht die bisherige Datenlage aber nicht aus.

Medizinisches Cannabis bei
chronischen Schmerzen

Die Wirksamkeit von Cannabisarzneimitteln bei chronischen Schmerzen wurde mehrmals untersucht. Im Rahmen der Studien war die Therapie oft nur von kurzer Dauer (maximal 12 Wochen, teilweise auch nur einige Tage). Bei den Untersuchungen wurden den Probanden Cannabisarzneimittel gemeinsam mit etablierten, zugelassenen Schmerzmitteln (Analgetika) gegeben. Das medizinische Cannabis wurde in der Regel gegenüber Placebo („Scheinmedikament“ ohne pharmakologisch aktiven Wirkstoff) getestet und nicht gegenüber etablierten Analgetika. Im Ergebnis waren Cannabisarzneimittel dem Placebo in der Schmerzreduktion bis zu 30 Prozent überlegen. Dies deutet darauf hin, dass manche der im Cannabis enthaltenen Wirkstoffe eine leicht entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung besitzen können.[1]

Medizinisches Cannabis bei Epilepsie

Nach einigen vielversprechenden Berichten über die Wirkung von Cannabis in individuellen Fällen, gewann die Behandlung von Epilepsie mit Medizinalcannabis während des letzten Jahrzehnts zunehmend an Bedeutung. So unterstützen aktuelle Ergebnisse aus Studien zu Cannabinoiden (den Wirkstoffen der Hanfpflanze) die Wirksamkeit von Cannabismedikamenten bei verschiedenen Arten der Epilepsie bei Kindern.

Die Ergebnisse der aktuellen Forschung deuten auf einen positiven Effekt von CBD auf die Lebensqualität von Patient:innen mit Epilepsie hin, es werden jedoch auch hierzu weitere methodisch hochwertige Studien benötigt, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Interessant dazu: Bei der Behandlung mit Medizinalcannabis sind die möglichen Nebenwirkungen ähnlich denen anderer Antiepileptika (zum Beispiel Müdigkeit, Schwindel oder Übelkeit).[2]

Medizinisches Cannabis bei Bewegungsstörungen und Spastiken

2011 wurde eine große Studie zur Behandlung der Spastik bei Multipler Sklerose publiziert, welche anschließend in der Zulassung von Medizinalcannabis im Zusammenhang mit diesem Krankheitsbild resultierte. Von 572 Patienten, die primär in die Studie eingeschlossen wurden, sprachen 272 Patienten (47,6 Prozent) während einer vierwöchigen einfachblinden Behandlung mit medizinischem Cannabis auf die Therapie an (das entspricht einer Reduktion der Spastik um mehr als 20 Prozent). Anschließend nahmen die Probanden an einer zwölfwöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten zweiten Studienphase teil. Im Vergleich zu Placebo verbesserte der Cannabisextrakt in dieser Studie Spastiken, Spasmenhäufigkeit und Schlafqualität deutlich.

Medizinalhanf bei Neuropathien

Weitere Studien haben Hinweise darauf geliefert, dass der Cannabis-Einsatz bei neuropathischen (nervenbedingten) Schmerzen einer Therapie mit Placebos überlegen sein kann. Es sind aber noch weitere Langzeitstudien erforderlich, um die Wirksamkeit von Cannabis als Medizin, sowie die perfekte Dosierung bei neuropathischen Schmerzen, aufzudecken.

Andere Studien deuten beispielsweise daraufhin, dass durch die Verwendung von medizinischem Cannabis chronische und neuropathische Schmerzen durch das schmerzlindernde und das schmerzhemmende Potenzial von Cannabisarzneimitteln gelindert werden können. Dies wurde unter anderem bei

  • Diabetes- und HIV-assoziierten oder
  • Chemotherapie-induzierten Schmerzen sowie
  • Migräne,
  • Clusterkopfschmerz und
  • Tumorschmerzen

beobachtet. Zusätzlich können Angst oder Schlafstörungen als Begleitsymptome von chronischen und neuropathischen Schmerzen verringert werden.[3]

Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mit medizinischem Cannabis

Eine Vielzahl von Studien, die zum größten Teil bereits in den 70er und 80er Jahren durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass die Einnahme von medizinischem Cannabis in der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Chemotherapie ebenso oder sogar etwas stärker wirken kann als damals gebräuchliche Medikamente gegen Übelkeit.

Zudem gibt es bereits Anhaltspunkte, dass niedrigdosiertes Dronabinol (2 × 2,5 mg pro Tag) eine unterstützende Wirkung bei gleichzeitiger Behandlung mit modernen Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) aufweisen soll. In der Therapie der verzögert eintretenden Übelkeit (2 bis 5 Tage nach Zytostatikagabe) war Dronabinol in Studien gleichermaßen wirksam wie das Antiemetikum Ondansetron. Insgesamt gelten Cannabinoide daher heute als Reservemedikamente bei durch Krebsmedikamente ausgelöster Übelkeit und Erbrechen.[4]

Weitere Einsatzbereiche von medizinischem Cannabis

Grundsätzlich ist die Verordnung von medizinischem Cannabis nicht an spezifische Krankheiten gebunden. Daher sind die oben aufgeführten Indikationen lediglich die geläufigsten Einsatzbereiche. Des Weiteren kann medizinisches Cannabis auch unter anderem bei folgenden Krankheitsbildern eingesetzt werden:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Entzündungen und entzündlich bedingte Schmerzen
  • Migräne
  • Appetitlosigkeit und Abmagerung
  • Abhängigkeit und Entzugssymptome
  • Angststörungen
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Schizophrene Psychosen

Voraussetzung ist dabei – wie immer bei der Verordnung von medizinischem Cannabis – dass eine schwere Krankheit vorliegt, für die keine weiteren Therapieoptionen zur Verfügung stehen oder diese nicht angewandt werden können. Zudem muss der Mediziner davon ausgehen, dass sich durch die Therapie mit Medizinalhanf der Krankheitsverlauf oder schwere Symptome bessern lassen.  

CANMEDAPO: Ihr Ansprechpartner
für medizinisches Cannabis

Als auf medizinisches Cannabis spezialisierte Apotheke sind wir Ihr Partner für die zuverlässige Versorgung mit medizinischem Cannabis. Gerne können Sie sich durch unsere Expert:innen beraten lassen oder Ihr Cannabis-Rezept direkt bei uns einlösen. Wir sind für Sie da!

Quellenangaben

[1] Vgl. Chandel, R./Singh, R. & Sharma, S.: “Determination of Geographical Origin of Cannabis – A Review” In: The Indian Police Journal (2019) S.110-112.

[2] Hudson, R. & Puvanenthirarajah, N.: “Cannabis for pain management: Pariah or panacea?” (2018) S.58f.

[3] Zuardi, A.: “History of cannabis as a medicine: a review” In: Brazilian Journal of Psychiatry (2006). URL: https://www.scielo.br/j/rbp/a/ZcwCkpVxkDVRdybmBGGd5NN/?lang=en (18.07.2022)

[4] Fankhauser, M. & Eigenmann, D.: Cannabis in der Medizin. Geschichte – Praxis – Perspektiven. Solothurn: Nachtschatten 2020.

[5] Deutscher Hanfverband: „Was ist der Unterschied zwischen Hanf, Cannabis, Haschisch und Marihuana?“. URL: https://hanfverband.de/faq/was-ist-der-unterschied-zwischen-hanf-cannabis-haschisch-und-marihuana (18.07.2022)

[6] Friedman, D. & Sirven, J.: “Historical perspective on the medical use of cannabis for epilepsy: Ancient times to the 1980s” (2016). URL: https://static1.squarespace.com/static/5dab51c52920995e635d4295/t/5edba04230d909160d137c96/1591451716587/Friedman2017EpilepsyBehav.pdf (18.07.2022)

[7] Fankhauser, M.: „Cannabis in der Medizin – ein Rückblick in die Geschichte“ In: Pharmakon (2017) S.95-102.

[8] Cremer-Schaeffer, P. & Knöss, W.: „Cannabis für medizinische Zwecke: Dynamische Rahmenbedingungen – sachgerechte Information“ In: Bundesgesundheitsblatt 62 (2019) S. 799f.